FTP-Test auf dem Fahrrad

So ermitteln und berechnen Sie Ihren FTP-Wert

Mit einem FTP-Test auf dem Fahrrad ermitteln Sie Ihre Functional Threshold Power (FTP), also die höchste Leistung in Watt, die Sie etwa eine Stunde lang halten können. Der FTP-Wert ist eine wichtige Kennzahl für ein strukturiertes Radtraining: Er macht Ihre Leistungsfähigkeit messbar und bildet die Grundlage für Ihre Trainingszonen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie der verbreitete 20-Minuten-Test abläuft, wie Sie Ihren FTP-Wert berechnen und welche Werte für Hobbyfahrer realistisch sind.

Inhalt:

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Was ist der FTP-Wert beim Radfahren?

Der FTP-Wert (Functional Threshold Power) gibt die maximale Durchschnittsleistung in Watt an, die ein Radfahrer rund 60 Minuten lang aufrechterhalten kann. Physiologisch markiert er den Punkt, an dem sich Laktatbildung und Laktatabbau in etwa die Waage halten, auch als maximales Laktat-Steady-State (MLSS) bezeichnet. Fahren Sie dauerhaft oberhalb dieser Schwelle, übersteigt die Laktatproduktion in den Muskeln die Abbaukapazität. Die Übersäuerung nimmt zu, die Muskulatur ermüdet schneller und die Leistung bricht innerhalb weniger Minuten ein. Unterhalb dieser Schwelle hingegen stellt sich ein Gleichgewicht ein, das sich über deutlich längere Zeit halten lässt. Der FTP-Wert ist somit keine willkürliche Belastungsgrenze, sondern eine physiologische Grenze mit direkter Trainingsrelevanz.

Watt hat gegenüber der Herzfrequenz einen entscheidenden Vorteil: Die Leistung ist eine objektive, unmittelbare Messgröße. Ein Wattwert entsteht sofort, sobald Sie in die Pedale treten. Ihre Herzfrequenz dagegen reagiert verzögert auf Belastungsänderungen und wird zusätzlich von Faktoren beeinflusst, die nichts mit der aktuellen Leistung zu tun haben: Hitze, Koffein, Schlafmangel, Stress oder auch der sogenannte kardiale Drift – ein allmähliches Ansteigen der Herzfrequenz bei gleichbleibender Leistung über die Zeit. Bei kurzen, harten Intervallen ist die Herzfrequenz deshalb kaum als Steuergröße brauchbar; als ergänzende Kontrollgröße über längere Einheiten hinweg liefert sie aber durchaus wertvolle Zusatzinformationen, etwa um Tagesform oder beginnende Ermüdung zu erkennen.

Warum lohnt sich ein FTP-Test auch für Hobbyfahrer?

Auch ohne Renn- oder Wettkampfambitionen zahlt sich der Test aus:

  • Trainingssteuerung: Alle Trainingszonen leiten sich prozentual vom FTP-Wert ab.
  • Fortschrittsmessung: Wiederholen Sie den Test alle paar Wochen, sehen Sie schwarz auf weiß, ob Ihr Training wirkt.
  • Realistische Ziele: mit Ihrem FTP-Wert können Sie einschätzen, was machbar ist.
  • Effizienz: Wer wenig Zeit hat, holt mit zonenbasiertem Training mehr aus jeder Stunde heraus.

FTP, VO2max und Schwelle: Was ist der Unterschied?

Die drei Begriffe werden häufig synonym verwendet, beschreiben aber unterschiedliche Ebenen der Leistungsfähigkeit. Die VO2max ist eine rein physiologische Kapazitätsgröße: die maximale Menge Sauerstoff, die Ihr Körper pro Minute aufnehmen und für die Energiegewinnung nutzen kann. Sie wird meist in Millilitern pro Kilogramm Körpergewicht und Minute angegeben und bildet die obere Grenze Ihres aeroben Potenzials. Sie ist aber nur wenige Minuten am Stück abrufbar.

Der FTP-Wert dagegen ist eine Nutzungsgröße: Er zeigt, welchen Anteil dieses Potenzials Sie über eine ganze Stunde tatsächlich in Watt umsetzen können. Zwei Fahrer mit identischer VO2max können deshalb einen unterschiedlichen FTP-Wert haben – etwa weil einer seine aerobe Kapazität durch gezieltes Schwellentraining besser ausschöpft. Die anaerobe Schwelle schließlich ist das zugrundeliegende physiologische Konzept, also der Übergangspunkt zwischen überwiegend aerober und zunehmend anaerober Energiebereitstellung; der FTP-Wert ist ihre praxistaugliche, feldtestbasierte Annäherung im Radsport.

Vereinfacht gesagt: Die VO2max beschreibt die Größe des Motors, der FTP-Wert, wie viel Leistung Sie aus diesem Motor über die Dauer einer Stunde herausholen. Wie Sie Ihre Sauerstoffaufnahme gezielt steigern, lesen Sie in unserem Beitrag zum Thema VO2max verbessern.

FTP-Test auf dem Fahrrad: Vorbereitung und Ausrüstung

Wenn Sie den FTP-Test draußen durchführen wollen, suchen Sie sich am besten eine flache Strecke.

Ein FTP-Test ist nur so aussagekräftig wie die Bedingungen, unter denen Sie ihn durchführen. Jede Abweichung – müde Beine, ein hastiges Frühstück, eine hügelige statt flache Strecke – schlägt sich direkt im Ergebnis nieder und verfälscht damit auch alle Trainingszonen, die Sie daraus ableiten. Wer den Test standardisiert angeht, bekommt nicht nur einen genaueren Wert, sondern vor allem einen, der sich mit dem nächsten Test in sechs bis acht Wochen fair vergleichen lässt.

Das brauchen Sie für den Test:

  • Leistungsmesser: ein Powermeter am Rad (Kurbel, Pedale oder Nabe) oder ein Smarttrainer mit Wattmessung. Ohne Wattmessung fehlt die objektive Bezugsgröße. Der Test funktioniert dann nur noch als grobe Herzfrequenz-Näherung.
  • Ausgeruhte Beine: ein bis zwei komplett lockere Tage vor dem Test, keine harten Intervalle am Vortag. Restmüdigkeit in der Muskulatur senkt die maximal abrufbare Leistung spürbar. Ein Test nach einem harten Wochenende liefert einen zu niedrigen FTP-Wert und damit zu weiche Trainingszonen für die nächsten Wochen.
  • Volle Speicher: eine kohlenhydratreiche Mahlzeit am Vorabend, eine leichte Mahlzeit zwei bis drei Stunden vor dem Test. Leere Glykogenspeicher sind bei einer 20-minütigen Vollgasbelastung ein limitierender Faktor. Sie brechen dann nicht wegen mangelnder Fitness ein, sondern wegen fehlender Energiereserven.
  • Geeignete Strecke (outdoor): flach oder leicht ansteigend, ohne Ampeln, Kreuzungen und Abfahrten. Jede Zwangspause reißt Sie aus dem gleichmäßigen Belastungsniveau, das der Test voraussetzt. Schon eine rote Ampel in Minute 12 verfälscht den Durchschnittswert der gesamten 20 Minuten.
  • Radcomputer oder App zur lückenlosen Aufzeichnung der Durchschnittsleistung. Ohne Aufzeichnung lässt sich das Ergebnis später nicht mehr nachvollziehen oder mit künftigen Tests vergleichen.

Indoor oder outdoor? Auf dem Smarttrainer sind die Bedingungen nahezu perfekt kontrollierbar: kein Wind, kein Verkehr, keine Steigungswechsel, keine Unterbrechungen. Für die meisten Hobbyfahrer ist der Indoor-Test deshalb die verlässlichere Wahl, gerade in der kalten Jahreszeit. Ein wichtiger Vorbehalt: Viele Fahrer treten indoor – ohne Fahrtwind zur Kühlung und ohne die mentale Ablenkung wechselnder Landschaft – einige Watt weniger als draußen. Entscheidend ist deshalb nicht, ob Sie sich für Indoor oder Outdoor entscheiden, sondern dass Sie immer in derselben Umgebung testen, um echte Fortschritte von reinen Bedingungsunterschieden unterscheiden zu können. Tipps für effektives Training auf der Rolle finden Sie in unserem Beitrag zum Rollentraining mit dem Rennrad.

So läuft der FTP-Test ab: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Der 20-Minuten-Test ist das verbreitetste Protokoll, um den FTP-Wert zu ermitteln. Die Idee: Sie fahren 20 Minuten mit der höchsten Leistung, die Sie gleichmäßig durchhalten. Daraus wird der Stundenwert hochgerechnet. So gehen Sie vor:

  1. Warm-up (ca. 20 Minuten): locker einfahren, dazu drei kurze Antritte von je einer Minute mit hoher Trittfrequenz, dazwischen locker rollen.
  2. 5 Minuten hart: ein fünfminütiges, intensives Intervall nahe am Maximum. Es öffnet den Körper für die Belastung und baut anaerobe Reserven ab, die das Ergebnis sonst verfälschen würden.
  3. 10 Minuten locker rollen: Erholung vor dem eigentlichen Test.
  4. 20 Minuten All-out: Fahren Sie die höchste Leistung, die Sie über die volle Distanz gleichmäßig halten können.
  5. Cooldown (10–15 Minuten): locker ausfahren.

Der wichtigste Erfolgsfaktor ist das Pacing. Ein klassischer Anfängerfehler ist es, die ersten fünf Minuten zu euphorisch zu starten und dann einzubrechen. Starten Sie daher bewusst etwas verhaltener, halten Sie die Leistung im Mittelteil stabil und geben Sie in den letzten drei bis fünf Minuten alles, was noch in Ihnen steckt. Ein gleichmäßig gefahrener Test liefert fast immer ein besseres und ehrlicheres Ergebnis als ein wild schwankender.

Der 20-Minuten-Test ist der Standard, aber nicht die einzige Option:

  • Rampentest: Die Leistung steigt minütlich in kleinen Stufen, bis Sie nicht mehr treten können. Der FTP-Wert wird aus der letzten vollendeten Minute geschätzt (üblich: 75 %). Kürzer und mental leichter, tendenziell aber etwas ungenauer für ausdauerstarke Fahrer.
  • 8-Minuten-Test: Zwei achtminütige Vollgas-Intervalle mit Pause dazwischen; vom Durchschnitt werden 90 % angesetzt. Gut für Fahrer, die 20 Minuten am Stück mental noch nicht durchstehen.
  • App-gestützte Tests: Plattformen wie Zwift, TrainerRoad oder Wahoo SYSTM führen Sie durch strukturierte Testprotokolle und berechnen den Wert automatisch.

Tipp:
Für welchen Test Sie sich auch entscheiden: Bleiben Sie dabei. Nur dasselbe Protokoll unter denselben Bedingungen liefert vergleichbare Werte.

FTP-Wert berechnen: Formel und Rechenbeispiel

Da kaum jemand freiwillig 60 Minuten Vollgas fährt, wird der FTP-Wert aus dem deutlich kürzeren 20-Minuten-Test hochgerechnet. Die Formel ist simpel:

FTP = Durchschnittsleistung aus 20 Minuten × 0,95

Der Grund für den Abschlag: Je kürzer eine Belastung dauert, desto höher ist die Leistung, die Sie durchhalten können. 20 Minuten Vollgas sind messbar intensiver als eine Stunde Vollgas. Der 5-Prozent-Abschlag gleicht diesen Unterschied näherungsweise aus und rechnet Ihre 20-Minuten-Leistung auf das Niveau herunter, das Sie theoretisch eine volle Stunde durchhalten könnten. Er ist bewusst als Pauschalwert konzipiert, der für die meisten Fahrer gut passt. Individuelle Abweichungen (siehe der Sprinter-Hinweis weiter unten) sind dabei bewusst in Kauf genommen, damit die Formel praxistauglich bleibt.

Rechenbeispiel: Sie fahren im 20-Minuten-Test eine Durchschnittsleistung von 250 Watt.

  • FTP = 250 W × 0,95 = 237,5 W, gerundet 238 Watt

Für den Vergleich mit anderen Fahrern zählt allerdings nicht der absolute Wert, sondern die relative Leistung in Watt pro Kilogramm Körpergewicht:

  • Bei 75 kg Körpergewicht: 238 W ÷ 75 kg = 3,2 W/kg

Ein leichter Fahrer mit 200 Watt FTP kann am Berg schneller sein als ein schwerer mit 250 Watt – deshalb ist W/kg die entscheidende Größe, sobald es bergauf geht.

FTP-Wert-Tabelle: Welche Werte sind gut?

Ob 238 Watt ein guter FTP-Wert sind, lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend ist die relative Leistung in Watt pro Kilogramm Körpergewicht, denn sie macht Fahrer unterschiedlichen Gewichts überhaupt erst vergleichbar. Die folgende Tabelle orientiert sich an der verbreiteten Coggan-Klassifikation und ordnet Ihren Wert grob einem Leistungsniveau zu:

Leistungsniveau Männer (W/kg) Frauen (W/kg)
Untrainiert unter 2,5 unter 2,0
Einsteiger / Freizeitfahrer 2,5–3,0 2,0–2,7
Ambitionierter Hobbyfahrer 3,0–3,7 2,7–3,3
Guter Amateur 3,0–3,7 3,3–3,8
Sehr guter Amateur / Lizenzfahrer 4,2–4,7 3,8–4,2
Elite / Profi über 4,7 über 4,2

Trainingszonen: So trainieren Sie mit Ihrem FTP-Wert

Der eigentliche Nutzen des FTP-Tests beginnt erst nach dem Test: Aus Ihrem FTP-Wert leiten sich sämtliche Trainingszonen ab – die Grundlage jeder strukturierten Trainingsplanung. Das verbreitete Modell nach Coggan unterscheidet sieben Zonen, jeweils als Prozentsatz Ihres FTP-Werts:

Zone Bezeichnung % vom FTP Trainingseffekt
1 Aktive Erholung unter 55 % Regeneration, lockeres Ausfahren
2 Grundlagenausdauer 56–75 % Fettstoffwechsel, aerobe Basis
3 Tempo 76–90 % zügiges Dauertempo, Tourentempo
4 Schwelle 91–105 % FTP-Entwicklung, Zeitfahrtempo
5 VO2max 106–120 % maximale Sauerstoffaufnahme
6 Anaerobe Kapazität 121–150 % kurze, harte Antritte
7 Neuromuskulär maximal Sprints, Maximalkraft

Mit unserem Beispielwert von 238 Watt hieße das konkret: Grundlageneinheiten fahren Sie bei etwa 135–180 Watt und Schwellenintervalle bei 215–250 Watt. Diese Präzision ist der eigentliche Mehrwert gegenüber dem Training nach Gefühl. Genau hier passiert der häufigste Zonen-Fehler bei Hobbyfahrern: Zone 2 wird zu hart gefahren. Wer seine „lockere“ Grundlageneinheit bei 80 statt 65 Prozent der FTP absolviert, trainiert den Fettstoffwechsel nicht optimal und erholt sich nicht richtig. Das Resultat ist chronische Mittelmüdigkeit ohne klaren Trainingsreiz – ein Muster, das in der Sportwissenschaft als „graue Zone“ bekannt ist.

Ebenso häufig: Zone 4 wird zu weich gefahren. Schwellenintervalle bei 85 statt 95 Prozent fühlen sich zwar kontrollierbarer an, liefern aber nicht den Reiz, der den FTP-Wert tatsächlich nach oben verschiebt. Die Faustregel für Hobbyfahrer mit begrenzter Trainingszeit: Der Großteil des Umfangs sollte klar in Zone 2 liegen, harte Einheiten klar in Zone 4 oder darüber. Der Bereich dazwischen bringt am wenigsten für den investierten Aufwand. Wie Sie Schwellen- und VO2max-Intervalle konkret aufbauen, zeigt unser Beitrag zum Intervalltraining beim Rennradfahren.

Wie aussagekräftig ist der FTP-Test wirklich?

Der FTP-Test liefert verlässliche Trainingswerte für den Alltag; für die letzte Prozentgenauigkeit bleibt die sportmedizinische Leistungsdiagnostik im Labor die präzisere Wahl.

Der FTP-Test ist beliebt, weil er ohne Labor auskommt. Genau darin liegt auch seine Grenze. Er liefert Ihnen eine belastbare Zahl für die Trainingssteuerung, ersetzt aber keine sportmedizinische Leistungsdiagnostik. Wer das weiß, nutzt den Test richtig und überschätzt seine Ergebnisse nicht.

Diese Punkte sollten Sie im Hinterkopf behalten:

  • Der FTP-Wert zeigt das Was, nicht das Wie. Zwei Fahrer mit identischem FTP-Wert können ihre Leistung völlig unterschiedlich erzeugen. Der eine stärker über den anaeroben, der andere über den aeroben Stoffwechsel. Der Test allein verrät das nicht, obwohl es fürs Training entscheidend wäre.
  • Die 95-%-Formel ist eine Faustregel, kein Naturgesetz. Der pauschale Abschlag passt für viele Fahrer gut, unterschätzt aber tendenziell den FTP-Wert von ausgeprägten Sprinter- und Antritts-Typen, die 20 Minuten überdurchschnittlich hohe Leistungen treten können. Bei ihnen wäre rechnerisch eher ein Abschlag von 10 bis 15 Prozent angemessen.
  • Der Vergleich mit anderen Leistungsmodellen zeigt spürbare Abweichungen. Eine Studie mit 17 trainierten Radfahrern und Triathleten fand zwischen FTP und der verwandten Kenngröße Critical Power einen typischen Schätzfehler von rund 13 Watt beziehungsweise 5,6 Prozent – und damit oberhalb der 5 Prozent, die in der Sportwissenschaft üblicherweise als Toleranzgrenze gelten. Die Übereinstimmung schwankte dabei zwischen den Fahrern um bis zu 52 Watt (von –19 bis +33 Watt). Für Ihre eigene Trainingssteuerung heißt das: Der FTP-Wert ist ein guter Anhaltspunkt, aber keine Zahl mit Labor-Präzision. (Quelle: FrontiersResearchGate)
  • Ein einzelner Feldtest hat eine gewisse Streuung. Tagesform, Motivation und Testbedingungen beeinflussen das Ergebnis. Die Entwicklung über mehrere Tests hinweg ist aussagekräftiger als eine einzelne Zahl.
  • Für exakte Werte führt kein Weg an der Diagnostik vorbei. Wer es genau wissen will, lässt eine Laktat- oder Spiroergometrie-Untersuchung durchführen. Sie zeigt die individuelle anaerobe Schwelle und die Stoffwechselanteile, die der FTP-Test nur näherungsweise abbildet.

Fazit zur Aussagekraft:
Für die große Mehrheit der Hobby- und ambitionierten Freizeitfahrer ist der FTP-Test das beste Verhältnis aus Aufwand und Nutzen. Erst wer im Wettkampf um Sekunden kämpft, profitiert spürbar von der teureren Labordiagnostik.

Typische Fehler beim FTP-Test vermeiden

Selbst bei sorgfältiger Vorbereitung schleichen sich beim FTP-Test regelmäßig dieselben Fehler ein. Jeder dieser Fehler verfälscht das Ergebnis in eine andere Richtung.

  • Zu schneller Start: Die ersten fünf Minuten fühlen sich frisch an, verleiten deshalb zu einem zu hohen Anfangstempo. Die Folge: Laktat baut sich schneller auf, als der Körper es abbauen kann, und die Leistung bricht im zweiten Testdrittel spürbar ein. Der Durchschnitt über die vollen 20 Minuten fällt dadurch niedriger aus, als er bei gleichmäßigem Pacing gewesen wäre.
  • Müde in den Test gehen: Nach einem harten Trainingsblock getestet, ist der Wert zu niedrig. Alle daraus abgeleiteten Trainingszonen für die nächsten sechs bis acht Wochen sind es damit auch.
  • Wechselnde Bedingungen: Einmal indoor, einmal outdoor, einmal mit Rückenwind, einmal bergauf – jede dieser äußeren Bedingungen beeinflusst die gemessene Leistung, unabhängig von Ihrer tatsächlichen Fitness. Ohne vergleichbare Rahmenbedingungen lässt sich echter Fortschritt deshalb kaum von reinen Bedingungsunterschieden unterscheiden: Ein höherer Wert kann genauso gut am Rückenwind liegen wie an besserer Form.
  • Zu selten testen: Wer monatelang mit veraltetem FTP-Wert trainiert, trainiert zwangsläufig in falschen Zonen.
  • Zu oft testen: Ein FTP-Test ist selbst eine harte Trainingseinheit mit entsprechender Erholungszeit. Wöchentliches Testen bringt keinen zusätzlichen Erkenntnisgewinn, kostet aber Trainingszeit und -substanz.
  • Das Ergebnis überbewerten: Der FTP-Wert ist ein Steuerungswerkzeug, kein Urteil über Ihre Form als Sportler. Ein einzelner schlechter Testtag – schlechter Schlaf, Stress, Wetter – sagt wenig über Ihre tatsächliche Leistungsfähigkeit aus.

FTP-Test in der Trainingspraxis: Vom Wert zum Rennziel

Der FTP-Test entfaltet seinen Wert erst in der Wiederholung. Bewährt hat sich ein Rhythmus von sechs bis acht Wochen – als Kontrollpunkt zu Saisonbeginn, nach dem Grundlagenblock und vor wichtigen Wettkämpfen. So planen Sie Ihre Pacing-Strategie für Zeitfahren, Radmarathons oder den Radsplit im Triathlon präzise, statt sich auf das Gefühl zu verlassen. Für Einsteiger in den Dreikampf haben wir die Grundlagen im Beitrag Triathlon-Training für Anfänger zusammengefasst.

Genau bei solchen High-Intensity-Einheiten – dem 20-minütigen All-out-Test, Schwellenintervallen, dem Wettkampf selbst – zeigt sich, ob die Bekleidung mitspielt oder stört: ein rutschendes Trikot oder eine scheuernde Naht wird zur Ablenkung, wenn jede Zehntelsekunde Konzentration zählt.

Funktionale Radbekleidung mit gutem Feuchtigkeitsmanagement und enger Passform ist deshalb kein Komfort-Extra, sondern Voraussetzung dafür, dass Sie sich auf die Watt konzentrieren können. Für Vereine, Teams und ambitionierte Einzelfahrer bietet owayo individuell gestaltbare Radtrikots und Radbekleidung – vom Indoor-Training bis zum Renneinsatz im eigenen Teamdesign.

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Häufig gestellte Fragen zum FTP-Test

Wie oft sollte ich einen FTP-Test machen?

Alle sechs bis acht Wochen. So bleiben die Trainingszonen aktuell, ohne dass der Test zu viel Trainingszeit kostet. Sinnvolle Zeitpunkte sind der Saisonstart, das Ende eines Trainingsblocks und die Wochen vor einem Wettkampf.

Kann ich einen FTP-Test ohne Powermeter machen?

Nur näherungsweise. Ohne Wattmessung lässt sich über einen 20-Minuten-Test die durchschnittliche Herzfrequenz an der Schwelle ermitteln und das Training danach steuern. Die Herzfrequenz ist aber von Tagesform, Hitze und Ermüdung abhängig und deshalb deutlich ungenauer als Watt.

Was ist ein guter FTP-Wert für Hobbyfahrer?

Die meisten Hobbyfahrer liegen zwischen 2,5 und 3,5 Watt pro Kilogramm Körpergewicht. Werte über 3,7 W/kg gelten im Amateurbereich als gut, über 4,2 W/kg als sehr gut.

Wie lange dauert ein FTP-Test?

Der komplette 20-Minuten-Test dauert inklusive Warm-up und Cooldown etwa 60 bis 75 Minuten. Der eigentliche Testabschnitt umfasst 20 Minuten maximaler, gleichmäßiger Belastung.

Sinkt der FTP-Wert mit dem Alter?

Ja, ab etwa Mitte 30 nimmt die maximale Leistungsfähigkeit grob um fünf bis zehn Prozent pro Jahrzehnt ab. Der FTP-Wert bleibt aber in jedem Alter trainierbar. Strukturiertes Training kann den altersbedingten Rückgang deutlich verlangsamen.

Fazit: Der FTP-Test macht Ihr Radtraining messbar

Der FTP-Test auf dem Fahrrad ist ein einfacher Weg zu strukturiertem, wirksamem Training: Eine Zahl, alle sechs bis acht Wochen wiederholt, macht Ihre Form messbar und Ihre Trainingszonen präzise. Mit Ihrem FTP-Wert in der Hand lohnt sich der Blick auf die Bausteine, die Ihre Leistung als Nächstes voranbringen: Wer noch am Anfang steht, findet die Grundlagen im Beitrag Rennradtraining für Anfänger, wer gezielt an der Effizienz seines Tretens arbeiten will, in unserem Artikel zur Trittfrequenz beim Radfahren.

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